Fahrbericht: VW Polo GTI | heise Autos


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Jürgen Wolff

Anfangs durfte der jeweils flotteste Polo das Kürzel GTI nicht tragen. Als billige Kopie eines Audi 50 gestartet, bekam erst der zweite Polo die Chance, sich mit deutlich mehr Leistung von den schwächeren Modellen abzusetzen. Heute wäre mit den 115 PS des ersten G40 in dieser Klasse kein Staat mehr zu machen. Um mit Konkurrenten wie dem Opel Corsa OPC mithalten zu können, müssen es schon 200 PS sein. Eine erste kurze Ausfahrt sollte klären, ob das tatsächlich zu mehr Fahrspaß führt.

Rot

Die Farbe Rot soll kennzeichnend sein für einen GTI. Das ist beim neuen Polo GTI nicht anders: Rot lackiert die Bremssättel, rot die Linie, die über den Kühlergrill läuft und weiter in die dunkel hinterlegten LED-Scheinwerfer, rot die Ziernähte im Innenraum, unter anderem an den Fußmatten und den Sitzen. Dazu kommen an der Front eine zusätzliche Spoilerlippe unten, der Kühlergrill in Waben-Optik, serienmäßige Nebelscheinwerfer, ein zweifarbiger Dachspoiler, Doppelendrohr, Felgen im GTI-Look und dunkele LED-Heckleuchten.

Das alles ist natürlich nur, je nach Geschmack durchaus schmückendes, Beiwerk. Wichtiger dürfte der Zielgruppe aber vor allem eine deutliche Abgrenzung zu den schwächeren Modellen hinsichtlich der Leistung sein. Der Zweiliter-Vierzylinder bietet 200 PS und 310 Nm. Auch wenn der Polo GTI über eine halbe Tonne schwerer ist als er erste Polo G40, reicht das natürlich für temperamentvolle Fahrleistungen aus. VW nennt als Eckdaten 6,7 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 237 km/h. Letzteres konnten wir nicht ausprobieren, doch der Polo GTI wirkt in praktisch jeder Situation überaus kräftig motorisiert. Auffällig ist allerdings eine leichte Verzögerung bei der Gasannahme. Hier könnte VW mit einem Update vermutlich schnell nachbessern.

Vorerst nur mit DSG

Bis zum Sommer 2018 gibt es eine Zwangskopplung mit einem Sechsgang-DSG. Über zwei Wippen am Lenkrad kann auch manuell geschaltet werden. Von dieser Möglichkeit wird aber vermutlich dauerhaft kaum einer Gebrauch machen, denn die Schaltstrategie des DSG passt fast immer ziemlich genau. Ab dem Sommer 2018 wird es den Polo GTI auch mit Schaltgetriebe geben.

Im Sportmodus werden die Gänge bis zum Anschlag ausgedreht, was etwas übertrieben wirkt. Die Federung wird die Gasannahme etwas präziser und die Lenkung einen Tick direkter. Gleichzeitig ändert sich die Geräuschkulisse: Der Sound wird kerniger, wenn man Geschwindigkeit wegnimmt, Zwischengas und simulierte Fehlzündungen sollen vermutlich noch mehr Dynamik vortäuschen, als ohnehin schon vorhanden ist. Nötig hätte der Polo GTI solche Spielchen eigentlich nicht. Abseits des Sportmodus ist der Polo GTI ein netter, leiser Zeitgenosse, der weder Umgebung noch Insassen durch einen unnötig hohen Geräuschpegel nervt.

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