Fuchs: E-Quote ist schnelle Wahlkampfnummer / Hilft weder der Umwelt noch der Autobranche | Pressemitteilung CDU/CSU


Berlin (ots) – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Vorschlag zur Einführung einer Quote für Elektro-Autos in Europa zurückgewiesen. Dazu erklärt der stellvertretende Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs:

„Der SPD-Vorschlag erweist sich immer deutlicher als eine schnelle Wahlkampfnummer. Wenn die Bundeskanzlerin die Aussage als nicht durchdacht bezeichnet, hat sie völlig Recht. Auch in den vergangenen Tagen wurde die Quote weder beziffert, noch der Zeitpunkt für ein mögliches In-Kraft-Treten genannt. Das zeigt alles den Mangel an Seriosität, den der Kandidat leider schon so manches andere Mal an den Tag gelegt hat. Herr Schulz springt wieder einmal zu kurz.

Eine Quote hilft weder der Umwelt noch der Automobilwirtschaft und ihren Beschäftigten wirklich. Sie ist vielmehr Ausdruck einer Planwirtschaft, wie wir sie aus China kennen.

Folgende Gründe sprechen gegen eine feste europäische E-Auto-Quote:

   - Statt eine Technologie vorzuschreiben, brauchen wir europaweit 
     ambitionierte Abgasvorschriften. Wie diese am besten eingehalten
     werden können, muss ein offener Technologie-Wettbewerb 
     entscheiden. Nur so setzt sich am Ende die beste Technik durch. 
   - Derzeit wissen kein Autohersteller und kein Autoexperte auf der 
     Welt, ob sich am Ende der Elektro- oder Wasserstoffantrieb 
     durchsetzen wird. Auch die Verbrennungsmotoren sind noch längst 
     nicht aus dem Rennen, weil derzeit schadstoffarme Antriebe 
     entwickelt werden. Für möglich wird auch gehalten, dass es auf 
     der Welt in Zukunft ganz unterschiedliche Auto-Regionen geben 
     könnte, wo jeweils unterschiedliche Antriebsarten dominieren. 
     Gerade die führenden deutschen Autohersteller würden durch die 
     E-Quote veranlasst, nur auf eine Technologie zu setzen. 
   - Eine E-Auto-Quote blendet aus, wie in den EU-Mitgliedstaaten der
     Strom gewonnen wird. Gerade die osteuropäischen Staaten dürften 
     den Strombedarf mehr oder weniger ausschließlich aus 
     Kohlekraftwerken decken. Auch in Deutschland wird der 
     Strombedarf zu rund 70 Prozent von Kern- oder Kohlekraftwerken 
     produziert. Diese Fakten kann man nicht ausblenden, wenn einem 
     wirklich am Klimaschutz gelegen ist. Ferner muss man wissen, 
     dass bei der Produktion der E-Autos insbesondere bei der 
     Herstellung der Batterien enorm viel Kohlendioxid entsteht. 
   - Wichtiger als unsinnige Quoten wäre die europaweite Verschärfung
     der Abgas- und Stickoxid-Vorschriften, die auch überall in der 
     EU eingehalten werden müssen. Dabei muss auch das Ziel einer 
     CO2-Reduzierung beachtet werden. Mittelfristig kann hierfür 
     übrigens auch eine umweltfreundliche Dieseltechnologie ihren 
     Beitrag leisten, weil sie bekanntlich weniger klimaschädliches 
     Kohlendioxid produziert. 
   - Außerdem ist es nicht nachvollziehbar, wie man eine Quote 
     fordern kann, ohne detailliert zu sagen, wie eine vernünftige 
     Ladeinfrastruktur geschaffen werden soll. Dies müsste 
     flächendeckend an den Straßen geschehen, da 85 Prozent der 
     privaten Pkws in Deutschland nicht in Garagen geparkt werden. 

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