Hackerwochenende in Florida | Telepolis



Neben der Spur

Kann ja sein, dass Donald Trump und seine Mannen im Weißen Haus abhörsicher sind. Aber am Wochenende könnten die digitalen Fetzen fliegen.

Klingt wie ein lustiger Jungsscherz: Komm, wir schnappen uns ein Boot, fahren damit kurz vor den Strand vor dem Mar a Lago und knacken dem Präsidenten sein wireless Netz. Dann hacken wir uns in seinen Laptop und steuern ein bisschen mit seinen Atomraketen rum oder schicken seiner Gattin „aus Versehen“ Bilder aus dem Privatordner.

Mag vielleicht lustig klingen, ginge aber rein technisch durchaus, wie der Business Insider meldet. Oder sagen wir mal: Es würde gehen, sich ein oder zwei eher schwach abgesicherte WLANs des Anwesens von Donald Trump zu hacken und dort ein bisschen Schabernack zu treiben. Vermutlich aber nicht auf dem Laptop des Präsidenten. Denn zum einen hat der vermutlich gar keinen, gilt ja als einer, der sich wie Herr Putin alles ausdrucken und vorlegen lässt. Zum anderen müsste man wohl eher den Twitter-Account des Herren mit dem Flokati als Haarfrisur knacken und dazu sein Telefon in die Hand bekommen.

Das mit Twitter ist ja vor allem Twitter mehr als peinlich, aber nun ist es einfach mal zum Hofnarren des Herrn Trump geworden und trötet seinen Ergüsse in die Welt hinaus. Das wird sich so schnell weder einstellen noch hacken lassen. Vermutlich sitzen da ständig 15 Reviere im Twitter-Einsatzcenter und neben dem Präsidenten auf der Couch und kucken verdutzt, wenn er morgens um 4 Uhr wieder was in die Tasten haut. Ob er das denn wirklich so … echt jetzt … ja, wenn Sie meinen, Mr. President, dann schalten wir das frei.

Also Twitter hacken: vermutlich eher schwierig. Und mehr scheint er ja nicht digital zu machen … und seine Digitalfernseher zu knacken dürfte jetzt auch eher unergiebig zu sein. „Hey, ich habe eben den Nachrichtensender des Präsidenten geknackt“, punktet in der Hackercommunity eher mässig.

Also wird das alles nichts, auch wenn der Club quasi mit der Türe sperrangelweit offen steht, hilft es nichts, wo nichts ist, kann man auch nichts aufdecken oder nutzen. Das kennen Journalisten, die Mr. Trump interviewen durften, schon lange.

Allerdings, und das nur am Rande und als Tipp für die Bundeskanzlerin, die ja vielleicht doch einmal in Florida zu Gast sein könnte, wären von einem Hack ja vielleicht die offiziellen Gäste betroffen. So wie der chinesische Staatspräsident, der auch in der Strandbutze vom US-Chef das Wochenende verbringen musste. Und dann könnte so ein Hackerangriff vielleicht doch … obwohl … Muttis Kartoffelsalatrezepte, die man auf ihrem Laptop finden könnte, sind jetzt auch nicht das, was man in die Welt hinausblasen möchte. WikiLeaks hat die sicher schon und steht ein wenig ratlos vor der Aussage, ob „die Brühe erst dann über die Kartoffeln schütten, wenn sie lauwarm sind“ nicht doch eine kodierte Geheimklausel für irgendetwas ist.

Aber vermutlich ist das alles so banal wie die Abende von Donald vor dem Fernseher. Das hackt nicht.



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Originalbild mit freundlicher Genehmigung von heise.de

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