„iPhone 8“: Mehr Intel als Qualcomm


„iPhone 8“: Mehr Intel als Qualcomm


Ben Schwan


„Intel inside“ auch im iPhone.

(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

Schon jetzt verwendet Apple in manchen Varianten seines Smartphones einen Baseband-Chip von Intel. Der Trend soll sich beim „iPhone 8“ fortsetzen – auch wegen des anhaltenden Rechtsstreits mit Qualcomm.

Apple könnte bei den für Herbst erwarteten neuen Modellen „iPhone 8“, „iPhone 7s“ und „iPhone 7s Plus“ verstärkt auf Funktechnik von Intel setzen. Damit rechnen Experten aus der Zulieferszene des Konzerns. Laut einem Bericht des in Taiwan erscheinenden Elektronikfachblatts DigiTimes werde der Chipkonzern für die im Jahr 2017 erscheinenden Apple-Smartphones bis zu 50 Prozent der Baseband-Prozessoren liefern. 2018 seien gar über 70 Prozent geplant.

Milliardenstreit mit Qualcomm führt zu „Win“ für Intel

Momentan kommt die Mehrzahl der Funktechnik im iPhone noch vom kalifornischen Mobiltechnikspezialisten Qualcomm. Doch mit dem streitet sich Apple schon seit Monaten um Milliardenbeträge. Es gibt Klagen und Gegenklagen. So behauptet Apple, Qualcomm verlange an Lizenzzahlungen viel zu viel und hat reicht die Gebühren nicht mehr an seine Auftragsfertiger weiter, damit diese an Qualcomm fließen können.

Der Funkchip im iPhone ist nicht billig

Schon jetzt nutzt Apple in einigen iPhone-Varianten Intel-Basebands. Diese gelten laut Marktforschern neben dem Display als zweitteuerste Komponente im iPhone. Ob sich Intel allerdings auf Dauer über ein gutes Geschäft mit Apple freuen kann, ist fraglich: Apple arbeitet nach übereinstimmenden Berichten selbst an einem eigenen Baseband, um es nicht mehr einkaufen zu müssen. So wurde erst kürzlich ein hoher Qualcomm-Manager abgeworben. Esin Terzioglus war als Vizepräsident für Engineering bei Qualcomm tätig und soll nun die Leitung der Funkchipentwicklung bei Apple übernommen haben.

Baseband von Intel „weniger leistungsfähig“

Intels Baseband-Chips sind laut Angaben von DigiTimes kostengünstiger als ihre Qualcomm-Pendants, weil sie weniger leistungsfähig sein sollen. (Angaben, welche Komponenten Apple konkret verbaut, macht das Unternehmen traditionell nicht.) Daher sei anfangs erwartet worden, dass Apple komplett zu Qualcomm zurückwechselt, doch das ist wegen der rechtlichen Streitigkeiten eher unwahrscheinlich. iPhone 7 und 7 Plus hatten anfangs unter Problemen beim Netzaufbau nach der Abschaltung des Flugmodus zu kämpfen; ob daran das Intel-Baseband schuld war, wurde aber nie abschließend geklärt.


(bsc)



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