Neuvorstellung: Jaguar E-Pace | heise Autos


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Wolfgang Gomoll

Jaguars Erfolgsgeschichte der letzten Jahre soll ab Anfang 2018 das Kompakt-SUV E-Pace fortschreiben. „80 Prozent der E-Pace-Käufer sollen Jaguar-Neukunden sein”, verkündet der weltweite Marketing-Direktor Finbar McFall. Das sind mutige Worte angesichts eines Basispreises von 34.950 Euro für den Diesel mit 150 PS und Frontantrieb.

Fünf Vierzylindermotoren stehen beim E-Pace zur Auswahl: zwei Benziner mit 183 kW / 250 PS und 221 kW / 300 PS, die drei Diesel leisten 110 kW / 150 PS, 132 kW / 180 PS und 177 kW / 240 PS. Es sind die von Volvo und Land Rover bekannten Aggregate aus der „Ingenium-Familie”. Als Getriebe kommen eine Sechsgang-Handschaltung und die Neungangautomatik von ZF zum Einsatz, die beispielsweise in Land Rover Evoque, Fiat 500X oder Jeep Renegade nicht immer restlos überzeugte.

Helleres HUD

Vor allem jüngere Autofahrer, Frauen und Familien sollen sich für das Auto begeistern. Deswegen spielt die Konnektivität eine große Rolle: Ein Wifi-Hotspot und ausreichend USB-Anschlüsse sind vorhanden. Bei den vielen Ablagen haben die Interieur-Designer sogar an einen Handyschlitz im Becherhalter gedacht. Um die ambitionierten Eroberungs-Ziele mit einem so teuren Auto zu erreichen, muss der Jaguar einiges bieten: So ist Voll-LED-Licht serienmäßig, genauso wie der zehn Zoll messende Berührungsbildschirm des Bediensystems und eine Rückfahrkamera. Außerdem installiert Jaguar einen Totwinkel- und einen aktiven Notbremsassistenten. Das Head Up Display soll zudem deutlich heller sein als bisher.

Das Cockpit ist mit dem optionalen 12,3 TFT-Display, das die Rundinstrumente digital anzeigt, verströmt eine sportliche Attitüde. Aber noch ist nicht alles perfekt: Das Plastik rings um den Touchscreen wirkt billig und die Rastung der Drehknöpfe etwas zu unbestimmt für den selbstgewählten Premium-Anspruch. Noch ist etwas Zeit, ehe die Produktion des E-Pace bei Magna Steyr in Graz beginnt. Etwa ein Jahr später soll der erste E-Pace in China vom Band laufen.

„Fahren wie ein Sportwagen“

Fahren soll der E-Pace wie ein Sportwagen, was einem SUV schon aus Gründen der reinen Fahrphysik nie möglich sein wird. So etwas kann eine Marketingabteilung eigentlich nur behaupten, wenn es der Kunde bereitwillig zu glauben geneigt ist. Verrückt. Der größeren Seitenneigung durch den höheren Schwerpunkt sollen kräftigere Stabilisatorstangen entgegenwirken, was natürlich den Komfort schmälert. Das kann man schon sagen, bevor man einen Meter gefahren ist. Besonders wenig sportlich wird die 150-PS-Basisversion wegen ihres Frontantriebs sein.

Ist Allradantrieb angelegt, soll Torque-Vectoring mithilfe zweier elektronisch gesteuerter Lamellenkupplungen die Fahrdynamik verbessern helfen. Unser Kollege hat das Differenzial des Zulieferers GKN, das bereits im Land Rover Evoque arbeitet, Anfang 2016 getestet. Im Heck mit extrem kurzen Überhang ist eine bekanntermaßen agilitätsfördernde Mehrlenker-Hinterachse wie im Discovery Sport verbaut.

Platz ist ein großes Thema beim E-Pace, doch ist sein Kofferraum-Volumen von 577 bis 1234 Litern nur Durchschnitt. Legt man die Lehnen der Rücksitze um, steigt der Ladeboden leicht an und die Ladekante ist hoch. Das Sitzgefühl ist für Erwachsene vorn und hinten komfortabel mit genügend Kopffreiheit.

Angesichts der steil gehenden SUV-Verkäufe ist der neue E-Pace gewissermaßen unausweichlich. Wir werden uns wahrscheinlich noch wundern, wie gut sich Jaguars SUVmit Verwandtschaft zum Land Rover Evoque trotz seiner Preisgestaltung auf Premium-Niveau verkaufen wird. Allerdings fährt Jaguar eine zukunftszugewandte Doppelstrategie: Ab 2018 kommt auch der Jaguar I-Pace heraus, das erste reine Elektroauto der Marke.



(Wolfgang Gomoll) /

(fpi)

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