Nordkorea feuert nächste Mittelstreckenrakete | Telepolis



Flugzeugträger Carl Vinson. Bild: DoD

US-Verteidigungsminister Jim Mattis hatte am Wochenende gesagt, ein Krieg mit Nordkorea wäre „katastrophal“

Bei der Meldung von nordkoreanischen Medien, dass das Militär angeblich erfolgreich ein Luftabwehrsystem mit Präzisionsraketen an einem nicht weiter genannten Tag getestet, scheint es nur um einen Auftakt gegangen zu sein. Kim Jong-un soll die Massenproduktion und das massenweise Aufstellen des Systems angeordnet haben. Offenbar sieht man in Nordkorea das wachsende Risiko eines Angriffs, nachdem die USA bald drei Flugzeugträger vor dem Land haben (Trump schickt eine Armada mit drei Flugzeugträgern nach Nordkorea).

US-Präsident Trump will Nordkorea dazu zwingen, das Raketen- und Atomwaffenprogramm einzustellen, wie das auch in zahlreichen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gefordert wird. Und er scheint davon auszugehen, dass man nur entsprechend auftreten und militärisch drohen muss, um den seit langem schwelenden Konflikt zu lösen.

Nordkorea reagierte vermutlich auch auf die Aussendung der Armada mit einem weiteren Test einer Mittelstreckenrakete, um die Gegner abzuschrecken. Das hat allerdings auch den Effekt, dass eine Wiederannäherung der politischen Beziehungen zu Südkorea mit dessen neuer Regierung erschwert wird, vielleicht wird es auch nicht erwünscht.

Die südkoreanische Regierung berief sogleich eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein, betonte aber, dass man weiter daran festhalte, Nordkorea mit humanitären Gütern zu unterstützen. Präsident Moon Jae-in hatte eine Verbesserung der Beziehung zu Nordkorea mit den anderen Ländern abgesprochen, war aber eher auf Skepsis gestoßen. Dass nun bereits der dritte Raketentest seit seinem Amtsantritt erfolgte, scheint darauf hinzuweisen, dass Nordkorea entweder hoch pokert oder eben kein Interesse hat. Zudem dürfte das Verhältnis zu China weiter beeinträchtigt werden, das bereits begonnen hat, den Handel mit Nordkorea einzuschränken.

Von der Ostküste aus wurde am Montag früh Ortszeit eine Mittelstreckenrakete, es soll sich um eine Scud-Rakete, handeln, Richtung Osten abgeschossen. Nach PACOM soll sie 450 km weit geflogen sein, bevor sie ins Meer stürzte. Die abgefeuerte Scud-Rakete soll eine Reichweite bis zu 500 km haben. Nordkorea soll aber eine weitere Scud-Rakete entwickelt haben, die bis zu 1000 km fliegen und damit auch Japan erreichen könnte.

Japan ist daher besonders gespannt und betont nicht nur, dass Nordkorea wieder einmal die Resolutionen des Sicherheitsrates verletzt habe, sondern auch die Sicherheit des Luftverkehrs und der Schifffahrt bedrohe. Bislang war noch kein Zwischenfall bei einem Test geschehen, aber das dürfte Zufall sein. Sollte ein Schiff oder Flugzeug mit einem wie immer unangekündigten Raketentest getroffen werden, könnte schnell ein bewaffneter Konflikt ausbrechen.

Allerdings versicherte:;:http://www.asahi.com/ajw/articles/AJ201705290048.html gegenüber Asahi ein nicht näher genannter Informant aus dem Militär, das US-Militär könne mit den Radarsystemen beispielsweise seegestützten Aeigis-Raketenabwehrsystems wenige Sekunden nach dem Start die Flugrichtung bestimmen. Man habe die Rakete nicht abgeschossen, weil man gewusst habe, wo sie landen werde. Zudem sagte er, es seien drei bis vier Flugzeugträger notwendig, um alle nordkoreanischen Stützpunkte angreifen zu können.

Allein in diesem Jahr hat Nordkorea bereits neunmal Raketen zum Test und zur Demonstration abgefeuert. Die letzte Mittelstreckenrakete erst am 21. Mai. US-Verteidigungsminister Jim Mattis hatte am Samstag in einem Interview gesagt, dass ein Krieg mit Nordkorea „katastrophal“ wäre, „wahrscheinlich der schlimmste Kampf im Leben der meisten Menschen“. Er erinnerte daran, dass Nordkorea in Reichweite von Seoul Hunderte von Artilleriekanonen und Raketenwerfern stationiert habe.

Nordkorea sei aber nicht nur eine Bedrohung für die Region, sondern auch „direkt für die USA“. Man dürfe nicht darauf warten, bis das Regime auch Langstreckenraketen mit atomaren Sprengköpfen besitze. Aber jetzt schon sei Nordkorea eine direkte Bedrohung. Mattis wollte nicht angeben, wann eine rote Linie überschritten würde, aber er sagte geheimnisvoll und drohend gegenüber Nordkorea: „Zum jetzigen Zeitpunkt ziehe ich Schweigen vor, weil wir einige Dinge wissen, die nicht einmal die Nordkoreaner wissen.“

Zuhause in den USA ist Präsident Donald Trump offenbar abgelenkt. Er ärgert sich weiter über die „Fake News Media“ und erklärt: „It is my opinion that many of the leaks coming out of the White House are fabricated lies made up by the #FakeNews media.“



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Originalbild mit freundlicher Genehmigung von heise.de

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