Pokémon Go: Niantic schickt Cheater in die Pokémon-Hölle


Pokémon Go: Niantic schickt Cheater in die Pokémon-Hölle


Jürgen Schmidt

Mit einer cleveren Taktik geht Niantic gegen GPS-Spoofer vor: Statt sie komplett zu sperren, verbannen sie sie in eine Pokémon-Hölle voll mit Rattfratzen und ähnlichem Getier. Ob das reicht, den Cheatern den Spaß zu verderben, ist allerdings zweifelhaft.

Diverse Quellen berichten, dass Niantic einen sogenannten Shadowban eingeführt hat. Der trifft Accounts von Spielern, die ihre Position durch sogenanntes GPS-Spoofing fälschen. Ein so markierter Account sieht dann Pokémon bestimmter Typen nicht mehr – dazu gehören nicht nur die besonders seltenen, sondern auch begehrte wie Larvitar und Dratini.

Das betrifft Spieler, die von der Couch aus seltene Pokémon in der ganzen Welt ergaunern, statt sie wie vom Spiel vorgesehen draußen in freier Wildbahn zu fangen. Sie nutzen dazu eine Software, die dem Spiel eine falsche Position vorgaukelt. Aber auch die Betreiber von Map-Diensten bekommen Probleme, weil die zum Kartografieren der Pokémon-Go-Welt eingesetzten Bot-Accounts die besonders begehrten Pokémon nicht mehr sehen. Und ohne Dratinis, Heiteiras und Larvitars sind die Maps nur noch die Hälfte wert.

Innerhalb der Spieler-Community wird die Nutzung dieser Maps allgemein nicht als Betrug betrachtet, solange man immer noch selbst vor die Tür geht, um die angezeigten Monster zu fangen. Niantic mag das jedoch anders sehen.

Cheater belagern Pokémon-Go-Arenen

Der Hersteller des beliebtesten Augmented-Reality-Spiels ever hat bei seinem Vorgehen gegen Cheater ohnehin einen wahren Augias-Stall auszumisten. GPS-Spoofing ist nach wie vor kinderleicht. Zwar hat Android 7 ein Update erhalten, das es dem Spiel ermöglicht, gefälschte Positionsdaten zu erkennen; doch die große Mehrzahl der Spieler nutzt nach wie vor ältere Android-Versionen – und die Bots ohnehin. Eine weitere große Baustelle sind die Arenen in Pokemon.

Niantic schickt Cheater in die Pokemon-Hölle

Gegen das Nebulak des Zweit- oder Dritt-Accounts lässt sich die Arena leicht hochspielen.

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Immer öfter klagen Spieler, dass Arenen etwa mitten im menschenleeren Wald wie von Geisterhand zerstört, besetzt und hochgespielt werden. Außerdem ziehen Banden von Cheatern durch Arenen der ganzen Welt, machen alles platt und bauen Arenen voll mit schwer zu bekämpfenden Pokémon wie Heiteira auf (erst gestern wieder in der Innenstadt von Hannover zu beobachten). Die sind für nicht-organisierte Spieler dann kaum noch zu knacken.

Neben den GPS-Spoofern nerven auch die Spieler, die sich mit mehreren Accounts Vorteile verschaffen. Diese Cheater stellen dann mit den Neben-Accounts besonders schwache Pokémon etwa vom Typ Nebulak in die Arenen und spielen diese dann innerhalb kürzester Zeit auf die höchste Stufe hoch (Bubble-Strat im Insider-Slang). Oft verwenden sie dann noch einen zusätzlichen Account einer anderen Farbe, um am Ende die schwachen Pokémon rauszuwerfen und den freigewordenen Platz anschließend mit einem starken Pokémon zu belegen.

Und weil viele diesen Multi-Account-Beschiss ganz offen und ohne jegliche Konsequenzen praktizieren, greift er derzeit seuchenartig um sich. Ehrliche Spieler hingegen verlieren immer mehr die Lust, weil sie sehen, dass die Arena, die sie unter viel Einsatz bespielen, immer wieder nach wenigen Minuten auf dem maximalen Level stehen.

Derzeit kursieren jedoch unbestätigte Gerüchte, dass Niantic auch das Arena-Spiel komplett überarbeiten will. So will SlashGear von einer anonymen, ungeprüften Quelle erfahren haben, dass diesen oder nächsten Freitag ein Update ansteht, das Cheatern auch den Spaß an Arenen vergällen soll. Angeblich erfordert es einen kompletten Reset der bestehenden Arenen. Wenn es tatsächlich die Zahl der Cheater reduziert, wird ihnen das sicher kein ehrlicher Spieler übel nehmen.


(ju)



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