Probleme bei Aufnahmen von DVB-T2 HD


Seit dem Start des hochauflösenden DVB-T2 HD Ende März wurden laut Serviceprovider Media Broadcast bereits 1,7 Millionen TV-Empfangsgeräte verkauft, die außer ARD und ZDF auch verschlüsselte Privatsender empfangen können (sogenanntes freenet-TV). Weitere 500.000 bis 600.000 Zuschauer schauen dagegen ausschließlich die öffentlich-rechtlichen Programme. Laut einer repräsentativen Umfrage haben 18 Prozent der bisherigen Nutzer von DVB-T Abstand genommen, 9 Prozent hätten sich noch nicht entschieden. Zugleich hätten 400.000 Haushalte neu zum Antennenfernsehen gewechselt. Ziel sei es nun, weitere 1,4 Millionen Haushalte vom Angebot zu überzeugen.

In der Praxis gibt es aber noch ein paar Probleme mit Aufnahmen der privaten Programme. An Smart-TV mit eingebautem DVB-T2-Empfänger und eingestecktem Freenet-Entschlüsselungsmodul sind Aufnahmen der Privaten generell untersagt.

Wie der für Freenet TV zuständige Serviceprovider Media Broadcast erklärte, liegt dies an der fehlenden Vorspul-Sperre in der CI+-Spezifikation. Außerdem ist die Aufnahmefunktion für externe Receiver mit eingebautem Irdeto-Entschlüsselungsmodul noch nicht automatisch freigegeben. Man muss die PVR-Funktion bisher noch für jeden Receiver telefonisch bei der Freenet-TV-Hotline freischalten.

Immerhin lassen sich die öffentlich-rechtlichen Programme problemlos aufzeichnen, beim freenet-fähigen Receiver HRT8772 von Xoro dank Dual-Tuner sogar zwei Sendungen gleichzeitig. Dabei konnten wir während einer Aufnahme die anderen Sender weiterschauen, bei zwei parallelen Aufnahmen sogar alle Sender in den jeweiligen Bouquets – also beispielsweise alle dritten Programme bei Aufnahmen im BR sowie Das Erste, Arte, Phoenix, tageschau 24 und One HD parallel zu Aufnahmen im Ersten Programm.

Ein weiterer Knackpunkt sind die per DVB-T2 HD angebotenen Internet-Sender mit dem Zusatz „Connect“. Man kann sie laut freenet TV mit Receivern empfangen, die HbbTV unterstützen und die mit dem Internet verbunden sind. Allerdings seien viele Receiver nicht performant genug, hieß es von Media Broadcast. Smart-TVs hätten dagegen im Allgemeinen genug Rechenleistung für die Videostreams.

Tatsächlich konnte unser Smart-TV von LG Sender wie CNN (Connect) empfangen, der externe Receiver HD Nano 2 von Humax aber nicht – obwohl er die genannten Voraussetzungen erfüllt. Den Connect-Empfang am externen DVB-T2-HD-Receiver beherrscht laut Freenet bislang nur Samsungs Settop-Box MB540 problemlos.

Übrigens: Sollte ihr brandneuer Receiver kein HbbTV unterstützen, können Sie für die Mediatheken auch ihr „altes“ Smart-TV nutzen. Die smarten Fernseher halten üblicherweise passende TV-Apps zumindest für ARD und ZDF bereit. Bei einigen TV-Geräten lohnt sich hierfür ein Firmware-Update, das man über das Systemmenü im TV anstoßen kann. (uk@ct.de)



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