Roger Moores Film-Autos | heise Autos


Autos
Wolfgang Gomoll

Jedes Leben ist letztlich eine tödliche Mission: Vorgestern starb der Schauspieler Sir Roger Moore, Gentleman und einer der bekanntesten Darsteller der Filmfigur James Bond. Wir erinnern an den Schauspieler mit seinen Film-Autos – nicht nur mit denen, die er als James Bond fuhr, sondern auch in den Serien „Die Zwei” und „Simon Templar”.

Die grundlegenden Handlungselemente eines James-Bond-Films sind schnell erzählt: Der Agent mit der Lizenz zu töten jagt einen Bösewicht, der die Welt beherrschen will und bringt ihn zur Strecke. Auf den Weg zum ultimativen Showdown gibt es Prügeleien, Schusswechsel, ein unglaublich schönes Bond-Girl, das nach anfänglichen Zögern dem Charme des Helden erliegt. Ganz wichtig sind auch rasante Verfolgungsjagden. Dabei verwandeln sich jede Menge Vehikel wahlweise in Altmetall oder einen Flammenball. Vor allem Automobile werden geschrottet, in die Luft gejagt, außer es ist ein Aston Martin DB5 oder ein Rolls-Royce Phantom III, in dem sich der coolste Schurke von allen – Auric Goldfiger – durch die Gegend chauffieren ließ.

Natürlich gibt auch 007 ganz gehörig Gas, um seinen Gegenspielern ein Schnippchen zu schlagen. Der Blechschaden geht dabei in Millionenhöhe, manche Fahrzeuge überstehen die Fahrkünste des charmanten Geheimagenten sogar. In sieben Filmen fuhr Roger Moore als James Bond Autos, die heute äußerst begehrt oder teuer, meist aber beides wären. Zumindest die meisten von ihnen. In seinem Debüt „Leben und sterben lassen” (1973) musste der gebürtige Londoner einen Doppeldeckerbus über die fiktive Insel San Monique prügeln. Dass da das gesamte Oberdeck zu Bruch geht, ist keine große Überraschung. Immerhin durfte Moore im selben Streifen bei einer Verfolgungsjagd durch Manhattan einen Chevrolet Impala bewegen.

Im nächsten Film „Der Mann mit dem goldenen Colt” lernt ein anderer Ami-Schlitten das Fliegen: In einem Verkaufsraum eines Autohauses schnappt sich 007 einen AMC Hornet und jagt damit seinen Gegenspieler Scaramanga (Christopher Lee) durch Bangkok, beim Sprung über eine Brücke legt das Auto eine 360 Grad Drehung um die Längsachse hin. Als sich Bond das Auto unter den Nagel reißt, weiß er nicht, dass sein alter Freund, Louisiana State Sheriff J.W. Pepper, sich im Fahrzeug befindet.

Durch Wasser und Höhlen

Der Lotus Esprit S1 hat den Spitznamen „Wet Nellie” (nasse Nellie) nicht von ungefähr. Der weiße Lotus kann tauchen. Beim Betrachten des Films „Der Spion, der mich liebte” wusste man nicht, wo man hinschauen sollte, auf das schnittige Auto oder das Bond Girl Barbara Bach (Major Anya Amasova). Etwas weniger technisch spektakulär, aber dafür edel klassisch geht es in „Moonraker – Streng Geheim” zur Sache. Moore kutschiert einen Jeep Wagoneer durch Höhlen und muss die Zerstörung seines wunderschönen Bentley 4½ Litre während einer Verfolgungsjagd verkraften.

Im nächsten Kapitel der Agenten-Saga „In tödlicher Mission” musste der smarte Brite hinter das Steuer eines Citroën 2CV und einige Verfolger abschütteln, einmal muss der französische Kleinstwagen dabei per Hand aus der Seitenlage auf die vier Räder aufgerichtet werden. Weniger bekannt als die Szenen ist der erstaunliche technische Hintergrund: Die Ente wurde mit wenig Aufwand (der Motor passt an Getriebe und Kupplung, der Auspuff konnte gegen den serienmäßigen aus einem Citroën Ami Super ersetzt werden) mit einem Vierzylinder-Boxer aus dem damals gängigen Citroën GS von 27 auf 54 PS frisiert, um die hohen Tempi halten zu können. Die haarsträubenden Stunts wurde ohne Tricks von einem bis auf den Motortausch weitgehend serienmäßigen Auto gefahren. Damit der Motor auch weiterhin nach Zweizylinder klang, waren zwei Auspuffrohre am Krümmer angebohrt.

Zuvor fährt er einen Lotus Esprit Turbo, der, wie könnte es anders sein, explodiert. Damals galt der Lotus Esprit Turbo mit seinen 210 PS als der Sportwagen schlechthin. Weil die Fans die Briten-Flunder so liebten, durfte Bond gleich zwei der heißen Schlitten fahren, im italienischen Wintersport-Mekka Cortina d’Ampezzo fährt 007 in einem kupferfarbenen Modell, auf dem Skiträger montiert waren, vor. Nur kurz bewegte er auf den Straßen von Paris in dem James Bond Film „Im Angesichts des Todes” einen blauen Renault 11. Das Taxi verlor im Rahmen der Verfolgungsjagd jedoch nicht nur das Dach, sondern auch die hintere Hälfte.

Automobiler Tiefpunkt Tuk-Tuk

Was ist eigentlich mit deutschen Autos? In „Octopussy” setzt 007 die Verfolgung des Zirkus-Zuges in General Orlovs Dienstwagen, einem Mercedes 250 S der Baureihe W108 fort. Nachdem die Räder weggeschossen worden sind, heizt der gewitzte Geheimagent auf den Eisenbahnschienen seinen Widersachern hinterher. Allerdings überlebt auch dieses klassische Auto diesen Einsatz nicht und wird von einem entgegenkommenden Zug von den Gleisen gerammt. Im gleichen Abenteuer stiehlt James Bond einen schnittigen Alfa Romeo Alfetta GTV6, während der Besitzer in einer Telefonzelle spricht und heizt zu Octopussys Zirkus mit zwei bayerischen Polizei-BMWs direkt auf den Fersen. Den automobilen Tiefpunkt erreicht 007 in Indien. Dort muss er in einem Tuk-Tuk-Taxi den Häschern entkommen. Immerhin hatte Bonds dreirädrige Motorradrikscha rund 110 PS und schaffte mehr als 100 km/h.

Dann war da ja noch was. In der Fernsehserie „Die Zwei” bewegte Moore als Lord Sinclair ganz standesgemäß einen orangefarbenen Aston Martin DBS. Hin und wieder saß auch sein kongenialer Partner „Danny Wilde” (gespielt vom unvergessenen Tony Curtis) auf dem Beifahrersitz. Noch heute zieren die Unterschriften der beiden Schauspieler die Innenseite des Kofferraumdeckels. Noch bekannter wurde bereits in den 60ern der „Schneewittchen-Sarg” Volvo P1800 in der Krimiserie The Saint / Simon Templar. Roger Moore hatte eben schon immer einen grandiosen Autogeschmack – nicht nur in seinen Filmen.



(Wolfgang Gomoll) /

(fpi)

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