Texteditor Ulysses setzt rein auf Abomodell – alte Version eingestellt


Texteditor Ulysses setzt rein auf Abomodell – alte Version eingestellt


Leo Becker


Bestehende Nutzer des Texteditors erhalten einen Hinweis auf die neue, reine Abo-Version.

Die beliebte Mac- und iOS-Software will sich ab sofort durch Abonnements finanzieren, die Kaufversion gibt es nicht länger. Man wisse, dass Abos „derzeit etwas unbeliebt sind“, so der Entwickler – aber das Geschäftsmodell ist „klar der Weg nach vorne“.

Die Schreib-Software Ulysses wird nun nur noch im Abo angeboten. Das Abonnement, das die macOS- sowie iOS-Version umfasst, kostet 5 Euro pro Monat oder 40 Euro bei jährlicher Zahlung. Die bislang für 45 Euro zum Kauf angebotene Mac-Version sowie die 28 Euro teure iOS-App des Texteditors sind nicht länger erhältlich, wie das Leipziger Entwicklerstudio mitteilte.

Das Abomodell soll eine langfristige Finanzierung des Texteditors sicherstellen und erlaubt den Entwicklern erstmals, eine Testversion für beide Plattformen anzubieten – die nun beim Download kostenlosen Apps für Mac, iPad und iPhone lassen sich für zwei Wochen ausprobieren. Zum ersten Mal gibt es außerdem eine Ermäßigung für Studenten, diese können Ulysses zum Preis von 12 Euro für sechs Monate abonnieren.

Einmalzahlung für Software nicht mehr zeitgemäß

Das bisherige Geschäftsmodell, einmalig für Software zu zahlen, stammt noch aus einer Zeit als Software per Floppy oder CD ausgeliefert wurde, erklärt Chefentwickler Max Seelemann – der Käufer habe für den bereits abgeschlossenen Teil der Entwickler bezahlt. Inzwischen erwarten Nutzer aber eine kontinuierliche Weiterentwicklung sowie Anpassung an wechselnde, neue Hardware und regelmäßige Betriebssystem-Updates. Apples App-Läden sehen bezahlte Updates nicht vor.

Dieses Modell habe nur durch den steten Zufluss neuer Nutzer funktioniert – und durch ständige kostenlose, große Updates, die für mediale Aufmerksamkeit sorgen und neue Käufer bringen. Sollte sich der Markt sättigen, breche dieses Geschäftsmodell aber ein. Die wirtschaftliche Basis für eine langfristige Weiterentwicklung könne deshalb nur ein Abomodell sicherstellen, argumentiert Seelemann. Abos sind „derzeit etwas unbeliebt“, aber doch „klar der Weg nach vorne“ – zumindest für Apps wie Ulysses, schreibt der Chefentwickler.

Keine neuen Funktionen für alte Bezahl-Apps

Käufer der bisherigen Einmalbezahlversionen können ihre bestehenden Ulysses-Versionen weiterhin verwenden, diese sind inzwischen für macOS 10.13 High Sierra und iOS 11 ausgelegt. Neue Funktionen sollen dafür nicht mehr ausgeliefert werden.

Für begrenzte Zeit können bisherige Käufer einen lebenslangen Rabatt auf die neue Abo-Version erhalten, merkt das Entwicklerstudio an. Wer eine der Apps in jüngerer Zeit erworben hat, erhält außerdem eine bestimmte Zahl an Freimonaten.

Apple propagiert Abonnements seit vergangenem Jahr verstärkt als Geschäftsmodell für iOS- und Mac-Apps: Statt 30 Prozent kassiert der Konzern im zweiten Jahr nur noch 15 Prozent als Anteil beim Vertrieb der Software über den App Store. Inzwischen haben mehrere populäre Apps sich angepasst.


(lbe)



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Originalbild mit freundlicher Genehmigung von heise.de

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