Tool erlaubt Einlesen von APFS-Volumes unter Windows und älteren Macs


Tool erlaubt Einlesen von APFS-Volumes unter Windows und älteren Macs

Update


Ben Schwan

(Bild: Hersteller)

Biskus APFS Capture kann Apples neues Dateiformat für Analysen und zum Kopieren von Dateien erfassen – auch auf Rechnern, die es nicht unterstützen. Billig ist das nicht.

APFS ist das aktuelle Standarddateisystem unter iOS und macOS – seit iOS 10.3 beziehungsweise macOS 10.13 ersetzt es den traditionsreichen Vorgänger HFS+. Wer unter älteren macOS-Versionen, Windows oder gar Linux auf ein Medium mit dem modernen „Apple File System“ zugreifen wollte, stand bislang allerdings im Regen, denn es gab keine Rückwärtskompatibilität – die Apple auch nicht nachliefern dürfte.

Nutzung von APFS ist eingeschränkt

Offizielle Treiber gibt es nicht einmal für Apples hauseigene Boot-Camp-Lösung, mit der man Windows auf aktuelle Macs bringt. Der Entwickler Thomas Tempelmann hat nun eine Lösung für das Problem vorgestellt: Biskus APFS Capture.

Das Tool läuft auf macOS 10.9 oder höher sowie Windows 7 oder höher und erlaubt zumindest ein „Capturing“, also eine Erfassung von APFS-Volumes, auf Maschinen ohne macOS High Sierra. Gedacht ist das Werkzeug nicht für den Live-Einsatz, sondern vor allem für forensische Auswertungen. So werden APFS-Metadaten erfasst und durchsuchbar gemacht – via CSV oder SQLite.

Dateien ansehen und kopieren

Daneben werden alle vorhandenen Partitionen und Verzeichnisse angezeigt und – wohl die wichtigste Funktion – alle im APFS-Volume enthaltenen Dateien oder Verzeichnisse lassen sich auf die lokale (Nicht-APFS-)Platte kopieren.

Ganz billig ist das Profiwerkzeug allerdings nicht – der momentane Preis liegt bei 180 Euro. Demoversionen sind für Mac und Windows verfügbar. Künftig sollen noch diverse weitere Funktionen hinzukommen, so die Nutzung verschlüsselter APFS-Volumes (bei vorhandenem Passwort), eine direkte Dateivorschau ohne Kopiervorgang, Scripting-Unterstützung und eine einfache Suchfunktion ohne CSV oder SQLite. Eine Linux-Version von Biskus APFS Capture ist laut Tempelmann ebenfalls denkbar, Interessierte sollen sich an ihn wenden.

[Update 07.12.17 14:11 Uhr:] Neben Biskus APFS Capture gibt es noch zwei weitere Werkzeuge, die ebenfalls Zugriff auf APFS-Volumes versprechen. So bietet Paragon für Windows ein APFS-read-only-Tool an – der Download ist kostenlos. Zudem existiert auf Github ein Projekt für einen FUSE-Treiber, der APFS unterstützt.


(bsc)



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